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Die Gründerzeit
Den Beginn der Gründerzeit in Deutschland markieren besonders zwei
historische Ereignisse: der Sieg über Frankreich im Kriege von 1870/71
und die daraufhin 1871 erfolgte Gründung des Deutschen Reiches. Die
damit verwirklichte nationale Einheit und die
französische Kriegsentschädigung von fünf Milliarden
Goldfranc lösten einen Gründerboom von Aktiengesellschaften Banken
und Unternehmen aus, der den nachfolgenden Jahrzehnten den Namen
"Gründerzeit" gab. Die deutsche Wirtschaft erlebte einen
märchenhaften Aufschwung, der von einer rasenden
Industriealisierung begleitet wurde. Wissenschaft und Forschung
blühten auf, die Technik hielt Einzug in viele
Lebensbereiche. Nutznießer dieser Entwicklung war das Bürgertum, das
einen nie gekannten Wohlstand erlangte. Das Bedürfnis nach
Selbstdarstellung und Repräsentation fand seinen Ausdruck nicht
zuletzt in den Wohnungen. Im Zeitalter des Historismus orientierte man
sich zunehmend mit fabrikmäßig hergestelten Möbeln und
kunstgewerblichen Gegenständen an den großen Kunststilen vergangener
Jahrhunderte. Unter den gleichzeitig auftretenden Neostilen erfreute
sich der als national empfundene Stil der sog. deutschen
Neo-Renaissance, der an die glanzvolle Geschichte und Kultur des
deutschen Städtebürgertums im 16. Jahrhundert erinnerte,
besonderer Beliebtheit. Er behauptete sich bis zum Ersten
Weltkrieg neben dem um 1900 aufkommenden Jugendstil.
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Der Gutspark
Das Gutshaus Mahlsdorf bildete einst den Mittelpunkt einer für die
Region typischen ländlichen Gutsanlage. Nördlich der Eingangsfront
erstreckte sich ein hufeisenförmiger Wirtschaftshof mit Viehställen und
Scheunen, der 1920 separiert wurde. Südlich des Hauses befand sich
Gartenland, das der letzte Gutsbesitzer Hermann Schrobsdorff in den
80iger Jahren des 19. Jahrhunderts in einen Landschaftspark umgestalten
ließ. Die Instandsetzung der Parkanlage nach dem Zustand um
1906 erfolgte 1993-95 durch die Gartendenkmalpflege des
Landes- denkmalamtes Berlin. Parkseitig enstand wieder der kleine
Pleasureground mit fünf Blumenbeeten. Durch die Anlegung artenreicher
Blumenwiesen sowie Pflanzung zahlreicher Bäume und Sträucher
konnten ehemalige Raumbilder wiedergewonnen werden. Der Hof- bereich
wurde wieder mit kleinen Feldsteinen bepflastert und durch sechs
kugelförmig geschnittene Rotdorne vor der Hausfassade gestaltet. Den
gärtnerischen Abschluss zum heute nicht mehr erlebbaren Wirtschaftshof
bilden Rosenhecken und ein Kastanienrondell mit Parkbänken. Der
malerische Gutspark, eine öffentliche Anlage, ist heute attraktiver
Anziehungspunkt für Erholungssuchende. Im Sommerhalbjahr bildet er
mit seinen hohen Bäumen und bunten Wiesen den stimmungsvollen Rahmen
für zahlreiche Veranstaltungen.
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